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Hinter den Kulissen
Tip Top schaute 1967 den Tricksern auf die Finger!
Der folgende Text und die Bilder stammen aus "Tip Top" und "Super- Tip Top", einer
Fix und Foxi - Heftreihe aus dem Hause Kauka.
Von Dezember 1966 bis Sommer 1967 erschienen die ersten vier Episoden als
Fotoromane. Die übrigen 3 Folgen wurden
am Stück veröffentlicht. Mal sehen, ob die Heftserie bei einer ORION-Fortsetzung
wiederaufersteht, wie es am Ende des Textes angedeutet wird... ;-)
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TipTop 57, 1967 mit dem ersten Teil des Fotocomics von "Angriff aus dem All"
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Du könntest die ORION tragen
Ganze Planeten werden zusammengeschmolzen, Energiestürme schütteln den
Schnellen Raumkreuzer ORION, glühende Sterne rasen durch das All,
Roboter zertrümmern alles, was ihnen in den Weg kommt, Raumschiffe starten
vom Meeresgrund in den Weltraum, und fremde Lebewesen aus unwirklich
schimernder Materie wandeln durch die Gänge.
Den Filmleuten der Bavaria- Atelier- Gesellschaft in München-
Geiselgasteig mußte schon eine Menge einfallen, damit sie all diese
Szenen in den ORION- Filmen darstellen konnten.
3,4 Millionen Mark hat die Produktion der sieben Filme gekostet, 50.000
Arbeitsstunden waren für die Filmbauten nötig und 30 Leute waren nur mit
der Ausarbeitung der Filmtricks beschäftigt (20% der Filme bestehen
nämlich nur aus Tricks).
Theo Nischwitz, der Trickmeister der Bavaria- Atelier-
Gesellschaft, hat uns ein bißchen in die Hexenküche seines Trickateliers
schauen lassen.
Den Schnellen Raumkreuzer ORION hat er z.B. gleich dreimal bauen lassen:
aus Aluminium, Holz und Plexiglas in den handlichen Größen zwischen 30
und 160 cm Durchmesser. Jeder von euch hätte die ORION bequem tragen
können. Die Modelle wurden bei den Aufnahmen vor eine dunkle Wand gehängt.
Wenn dann die Kamera auf einer Schiene vom Modell wegrollte, bekam die
ORION "Reisegeschwindigkeit".

Arbeiter der Trickabteilung machen die 1,60 Meter lange ORION
"startklar".
Ein Planet aus Kaffee
Im Film läßt die ORION-Besatzung mit Overkill- Anlage einen ganzen
Planeten zerbersten.
Trickmeister Nischwitz ist besonders stolz auf diese Szene. In
Wirklichkeit besteht der Planet nämlich aus Reis, Bohnen und Kaffee.
Diese Mischung aus Mutters Küchenschrank wird mit Druckluft
auseinandergepustet und in Zeitlupe mit 120 Aufnahmen pro Sekunge
gefilmt.
Lächelnd verrät uns der Trickmeister noch manches andere Geheimnis.
So ist z.B. die submarine Startbasis der ORION eigentlich der Königsplatz
in München. Die umliegenden Häuser wurden einfach abgedeckt und statt
des Himmels ein Riesenraumschiff einkopiert.
Vor den schrecklichen Robotern aus dem Film "Hüter des Gesetzes"
hätte in Wirklichkeit auch kein Mensch Angst - sie sind nämlich nur
30 cm hoch.

Der Kommandostand hat einen Durchmesser von 28 Metern. 3200
Glühbirnen und 10.000 Meter Kabel sind hineingebastelt.
Cliff kämpft mit der Luft
An die Schauspieler der ORION-Serie wurden dadurch natürlich hohe
Anforderungen gestellt. Sie mußten teilweise "in die Luft"
spielen. Cliff kämpft z.B. mit einem neurotischen Roboter und kann sich
erst in letzter Minute befreien. In Wirklichkeit ist aber kein Roboter
da - der wird erst später maßstabsgetreu in den Film einkopiert.
Ebenso ist die Astroscheibe eine leere weiße Scheibe, auf die über
Spiegel Bilder projeziert werden.

Regisseur Dr. Michael Braun hat selbst Spaß an seinem ORION-
Abenteuer. Ihr kennt ihn aus seiner Fernseh- Serie "Funkstreife
Isar 12".
10.000 Meter Kabel
Der Filmarchitekt Rolf Zehetbauer muß bei den Bauten zu den ORION-
Filmen graue Haare bekommen haben. Seine Aufgabe war es, sich auszudenken,
wie die ORION im Jahre 3000 aussehen sollte und wie man sie mit den
Materialien von heute bauen könnte.
Der Kommandostand der ORION, den er dann mit viel Chrom, Plexiglas und
Schaumstoff baute ist ein Prachtstück. 10.000m Kabel für elektrische
Schaltungen und 3.200 Glühbirnen sind mit hineingebastelt.
Vom Filmarchitekten stammt auch die Idee mit den Unterwasserwohnungen,
durch deren Bullaugen die Fische glotzen (die Fische schwimmen heute
noch im Aquarium des Berliner Zoos).
Fliegt die ORION weiter?
Drei Männer mußten dieses ganze technische Kuddelmuddel, die Tricks, die
Außenaufnahmen auf den Schutthalden von Peißenberg und nicht zuletzt
einen Stab von 58 Schauspielern unter einen Hut bringen: der Produzent
Oliver Storz und seine beiden Regisseure Dr. Michael Braun
und Theo Mezger. Sie sind die ersten, die sich in Deutschland an
einem utopischen Film herangewagt haben. Und mit Erfolg, wie die
begeisterten Zuschriften der Zuschauer beweisen.

Regisseur Theo Mezger ist bekannt als Meister spannender Szenen.
(Fernsehspiele: "Flug in Gefahr" und "Zeitsperre")
Ob sie weitere ORION-Filme machen werden? Die Autoren der Serie,
Rolf Honold und W.G. Larsen, hätten nichts dagegen.
Sie haben schon sieben neue ORION- Geschichten in der Schublade. Aber 3,4
Millionen Mark sind natürlich eine schöne Stange Geld...
Den Fernsehzuschauern hat das moderne Märchen von morgen jedenfalls
gefallen. Sie würden gern mehr davon sehen... und in Super- Tip Top
lesen. Denn selbstverständlich bringt Super- Tip Top alle
zukünftigen ORION- Filme, wenn es wieder welche geben wird.
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