Service:        Home / Startseite        SiteMap / Inhalt        Suchen        Impressum        What's new / Was ist neu? [Archiv]
         

Shopping-Planet

  DVD und Video
    DVD: Rücksturz ins Kino

  CD, MC und LP
    Raumpatrouille CD
    Barfuß im Weltall

  Bücher
    Roman-Liste
      Band 1-7 Covers
      Band 8-14 Covers
      Band 15-21 Covers
      Band 22-28 Covers
      Band 29-35 Covers
      Band 36-46 Covers
      Band 47-66 Covers
      Band 67-88 Covers
      Band 89-109 Covers
      Band 110-130 Covers
      Band 131-145 Covers
    Nachdrucke Covers
      Verschiedene
      Goldmann
      International
    Roman-Autoren
    Kneifel Interview
    Jugendromane

  Geschichten

  Sekundärliteratur

  Postkarten

  Fotoromane

  ORION-Quartett
    Quartett 1
    Quartett Bilder

  Hörspiele

  Spielzeug - ORION

  Gläser

  Risszeichnungs-Journal

  Fanprodukte

         


ORION around the world
...
+ Links
 









Kontakt:





           

H.Kneifel - Interview

Orginaltext: uni-online '96

Hans Kneifel Ich bin ein Geschichtenerzähler!
Hans Kneifel, der die dürre Story von Raumpatrouille ORION in glühende Romane verarbeitete, feiert sein ganz persönliches Jubiläum: doppelt so alt wie ORION!
Ein Interview mit dem deutschen Großmeister der SF, über Backwaren, Bügeleisen, bessere SF und historische Romane.
 
X uni-online:
Pro7 und Roland Emmerich wollen Raumpatrouille ORION (RO) neu verfilmen. Unfug?
 
X H.Kneifel:
Ach, das ist doch die größte Latrinenparole dieses Jahrhunderts. Das passiert jetzt mindestens schon zum 20. Mal... Emmerich soll aber angeblich Interesse angemeldet haben. Sagt man! Nu ja. Abwarten.
 
X uni-online:
Können Sie Ihre Verbindung mit der RO überhaupt noch hören?
 
X H.Kneifel:
Ich? Selbstverständlich. Ist ja eines meiner erfolgreichsten Projekte!
 
X uni-online:
"Tamara Jagellovsk hat mehr für die Emanzipation der Frauen getan als sämtliche Feministinnnen miteinander!" Ja?
 
X H.Kneifel:
Klingt ja sehr gut, scheint mir aber ein wenig überzogen. Ich hab da meine Bedenken. Erstmal: das Ganze ist 30 Jahre alt. Und Tamara soll die Persiflage auf eine KGB-Agentin sein...
 
X uni-online:
Liebesgrüße aus Moskau?
 
X H.Kneifel:
Eben. Ein gutes Bonmot, aber keine Realität.
 
X uni-online:
In ihren Büchern kommen immer starke Frauen vor, die häufig noch über Männer herrschen und meist intelligenter sind. Was halten Sie persönlich von diesem Schlag Karrierefrauen?
 
X H.Kneifel:
Tja, diese sogenannten starken Frauen gehören zu meinen pädagogischen Bestrebungen - die natürlich auch nichts gebracht haben...
 
X uni-online:
Der emanzipierte Mann braucht ebensolche Frauen?
 
X H.Kneifel:
Nein, das ist aus meiner Vita zu verstehen - meine Schwester, eine kluge und ziemlich starke Frau, hat mich erzogen, mit Vormundschaft etc. Ich persönlich kann mit dummen Frauen und den herkömmlichen Frauenbild nichts anfangen. Meine Freundinnen waren alle stark und emanzipiert. Ich verstehe auch nicht, warum man überhaupt Schwierigkeiten haben sollte. Nu ja, kluge Frauen haben eine Menge Feinde: alle dummen Männer.
 
X uni-online:
Kennen Sie tank-girl?
 
X H.Kneifel:
Das sind doch alles Krämpf! Ist ja eine pfiffige Idee - als Geschichte - aber ist in der Wirklichkeit so nicht denkbar. Wenn so etwas eine Richtung andeuten soll: ja. Aber nicht in dieser plakativen Form.
 
X uni-online:
Wie war das in den Sechzigern....
 
X H.Kneifel:
..furchtbar!
 
X uni-online:
...haben Sie die RO - mit den Tänzen im Starlight-Casino, dem Bügeleisen, den Alka-Seltzer-Tabletten und den Wasserhähnen - wirklich für mögliche Zukunft gehalten? Oder war das auch mehr eine Mode, wie es heute Mode ist, das Weiße Haus in die Luft zu jagen?
 
X H.Kneifel:
Ich habe ja damals schon einige Zeit in SF gearbeitet. Und es war klar: wenn einmal jemand im Weltall herumfliegen würde, dann bestimmt nicht so. Vieles hätte man geschickter machen können. Von Beginn an haben mich z.B. die Stühle der Besatzung gestört. Nicht mal Gurte, keine Kopfstützen... Ach, es war alles irrsinnig komisch. Damals haben ja auch viele Leute das Bügeleisen noch nicht gekannt. Und der automatische Bleistiftspitzer, das war hochentwickelte Technik!
 
X uni-online:
Wissen Sie was TORB ist?
 
X H.Kneifel:
Aus der Raumpatrouille? Terrestrische... Nein halt: Treibstoff, Oxygen etc. Der Test bei Start der Lancets, oder?
 
X uni-online:
Warum gibt es so wenige gute SF-Verfilmungen? Ihre Roman-Version von RO ist traumhaft gegen die - zugegebenermaßen - Kultserie? Es wurden ja immerhin 3.5 Millionen Mark investiert!
 
X H.Kneifel:
Lieber Freund, da müssen sie die Herren von der Bavaria fragen. Oder Herrn Zehetmaier...
 
X uni-online:
...damals auch schon?
 
X H.Kneifel:
Ja, wurde gerade berühmt! Ich weiß es nicht. Alle Beteiligten haben ja vorher Arztserien oder Isar 12 gemacht. Der Braun und so. Dachten wohl, ein Raumschiff ist ein Auto ohne Räder. Ich habe ja mit der Serie gar nichts zu tun gehabt!
 
X uni-online:
Hat man Sie damals wegen ihrer Perry Rhodan-Erfahrung zum Roman-Autor für RO gewählt?
 
X H.Kneifel:
Ich war ja damals in der Diaspora in Kitzingen. Als ich wieder nach München kam, hat mich der Produzent eben gefragt, ob ich die Serie in Romanform bringen will. Ich hab mir dann das Material besorgt, die Filme angesehen, bis mir die Augen getränt haben, und dann die ersten 7 Folgen geschrieben. War ein ziemlicher Erfolg. Dann kam Folge 8, 9. Es ging dann bis 145. In allen Formaten, als Heft etc. Ab Heft 50 habe ich dann nur noch mitgeschrieben: es fiel mir nichts mehr ein!
 
X uni-online:
So etwas wie ihre Bücher "Traum der Maschine" oder "Das brennende Labyrinth" würden selbst "Blade Runner" um Längen schlagen. Warum traut sich die SF-Industrie nicht?
 
X H.Kneifel:
Tja, da fragen Sie den Falschen! "Traum der Maschine" könnte man wahrscheinlich sogar mit relativ wenig Geld verfilmen...
 
X uni-online:
Einen Lieblingsfilm aus dem Genre?
 
X H.Kneifel:
Silent Running ist ganz putzig, wenn auch S/W. Die drei Aliens und natürlich "Blade Runner".
 
X uni-online:
Sie waren lange Jahre auch Berufsschullehrer für Nahrungsmittel...
 
X H.Kneifel:
Ja, da hab ich das meiste für meine Kampfszenen gelernt!
 
X uni-online:
Sie sind Konditor-Meister. Merkt man gar nicht in ihren Büchern!
 
X H.Kneifel:
Doch, Essen kam schon vor, wurde nur aus Platzgründen vom Lektor gestrichen. Von meinen Gastmählern bleibt immer wenig übrig!
 
X uni-online:
Mythen: bauen Sie überall in ihre Bücher ein, ein großes Kontinuum aus Zeit und Raum, von "Der Seherin Gesicht" aus der Edda bis Ra-Anhetes. Ist Geschichte alles vermengt in einem Topf?
 
X H.Kneifel:
Für mich ist da - in großen topologischen/topographischen Bereichen - das eine nicht vom anderen zu trennen. Beim SF, der sich nicht an irgendwelche existenten Sagen halten muß, versuche ich die Wurzeln unserer verschiedenen Kulturen und Mischkulturen einzuarbeiten. Es macht mir Spaß!
 
X uni-online:
In ihre besten Büchern sind immer wieder Gewebe und Puzzle aus Textstücken der Zukunft eingefügt. Mythen, Berichte, Reiseführer aus dem 24. Jahrhundert etc. Warum nicht einmal gleich in Richtung "Der Wüstenplanet"?
 
X H.Kneifel:
Erstens einmal habe ich im Moment keine so große Exposition. Und dann vor allem sind die Honorare bei SF auf einem Level angesiedelt, daß ich mich nicht zwei Jahre hinsetzen kann. Außerdem habe ich?s persönlich nicht so mit den großen epischen Sachen.
 
X uni-online:
Gisbert Haefs, der Autor von "Hannibal", "Alexander" und Schöpfer des massigen Detektivs Balthasar Matzbach, hat sie anscheinend damals beim Haffmans Verlag gepusht...
 
X H.Kneifel:
Wir sind alte, gute Freunde. Das Wort pushen mag ich nicht so gern.
 
X uni-online:
Haefs Dante Barakuda-Trilogie ähnelt ihren Werken (etwa Cade Chandra, dem "Jäger der Apokalypse"). Dann hat er historische Schmöker geschrieben. Jetzt schreiben Sie welche!
 
X H.Kneifel:
Er ist mir mit dem "Hannibal" zuvorgekommen. Aber ich bin froh, daß er ihn geschrieben hat. Ich hätte kein SO gutes Buch schreiben können. Wir wirken aber äußerst befruchtend aufeinander. Wir haben eben auch dieselben Vorbilder.
 
X uni-online:
Das Schwere an SF, aber auch an historischen Romanen ist, daß man über vieles schreiben muß, was noch nicht oder nicht mehr bekannt ist. Wie löst man's?
 
X H.Kneifel:
Ich versuche mich in den Protagonisten hineinzuversetzen und mir ein Leben ohne elektrischen Licht und Radio vorzustellen. Was macht er? Was empfindet er? Anders macht man's nicht, besser kann man's nicht!
 
X uni-online:
Stehen Sie eigentlich im neuen Kindlers Literatur Lexikon?
 
X H.Kneifel:
Würde mich wundern! Ich tröste mich hier mit der Feststellung meines Freundes Gisbert Haefs, der gesagt hat: Wer besser ist als - hmm - der oder die, kommt nicht auf die Spiegelliste!
 
X uni-online:
Richtig gute Literaten bekommen nicht den Literatur-Nobelpreis!
 
X H.Kneifel:
Achja, zum Beispiel "Der Medicus" von Gordon - ein durch und durch gutes und vernünftiges Buch. Die SZ hat sich nicht mal eine Besprechung abgerungen, als er ein platinenes Buch von Bertelsmann bekommen hat!
 
X uni-online:
Sehr eindrücklich sind immer die Namen ihrer Helden: Ismael Vonsgraves-Pym, Ritter Renaut de Beaujeu, Nicholas Morgeaux etc. Macht Ihnen Spaß, oder?
 
X H.Kneifel:
Ja, absolut! Da schau ich überall herum, nach solchen Namen!
 
X uni-online:
Aber auch Kaffee und Armanac kommt immer in hübschen Verkleidungen daher: K'holk oder Naq-Naq. Ohne so etwas ist das Leben in der Zukunft nicht vorstellbar?
 
X H.Kneifel:
Rotwein kann jeder schreiben! Das hört sich doch besser an, oder nicht? Klar, Zigaretten, Kaffee und Alkohol sind wichtig.
 
X uni-online:
Sie haben einen ungeheuren Austoß an Büchern gehabt. Mit den historischen Großwerken der letzten Jahre: Wollen Sie sich ein Denkmal setzen?
 
X H.Kneifel:
Denkmal: Nein! Noch lebe ich! Das ist eine Phase die ich seit etwa 20 Jahren herbeisehne: in guter Ruhe vor dem Computer sitzen, ohne ein zu enges Zeitlimit. Ich recherchiere sehr gern sehr gründlich! Ich genieße es, für ein gutes Buch ein gutes Honorar zu bekommen. Langsam das Ganze vernetzen.
 
X uni-online:
In Ihren Büchern kommt häufig bildende Kunst und Musik vor (Michael Nyman, Sigvard Bonquard, Peter Gray) überhaupt alle Formen von Kultur. Wichtig oder Spielerei?
 
X H.Kneifel:
Ach das gehört alles zu einer Kultur und einem Menschen dazu. Ich kann mir niemanden vorstellen, der ohne vernünftige Musik arbeiten kann.
 
X uni-online:
Cade Chandra, der Jäger aus der Apokalypse, sagt: "Quatsch! Ich bin kein Dichter." Sind Sie einer?
 
X H.Kneifel:
Wenn mir jemand sagt, ich bin ein guter Handwerker, den küsse ich und kose ich. Handwerk ist bei uns schlecht entwickelt. Nein, ich bin Geschichtenerzähler!
 
Das Interview führte Manuel Amadé Fritsch



Starlight Info:
Interviewer: M.A.Fritsch für externer Link uni-online.de 10/96
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von uni-online

           


 


www.orionspace.de, Starlight Casino ist eine nicht-kommerzielle Privatseite;

Info's hier

Alle Angaben, insbesondere Veranstaltungstermine und -Infos, Merchandising-Artikel usw.

ohne Gewähr!