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Postkarten
Postkarten mit der Crew und dem schnellen Raumkreuzer als Motiv sind in
verschiedenen Versionen erhältlich.
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Orion-Sonderstempel
Tag der ORION-Briefmarke 1997
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Seit die Frogs von ihrer Basis auf AC 1000 den Xerxes-Komandanten Alonzo Pietro mittels Telenosestrahlen dazu gebracht hatten, einen Desertionsversuch zu unternehmen,
waren fast auf den Tag genau 31 Jahre vergangen, da schlugen Bedienstete der Deutschen Post AG hochoffiziell einen Sonderstempel mit Orion-Signet auf Briefumschlägen ab. Eine ebenso
top secret wie umfangreiche Untersuchung des Galaktischen Sicherheitsdienstes hat ergeben, dass keinesfalls Telenosestrahlen die Ursache dafür waren, dass die Post endlich die
unkaputtbare Orion als Motiv wahrgenommen hat, sondern Philatelisten ist es zu verdanken, dass das Universum nicht bis zum Jahr 3.000 auf diesen Sonderstempel warten musste.
Vom 24. bis 26. Oktober 1997 fand nahe Stuttgart die 15. Internationale Briefmarkenbörse Sindelfingen statt. Fast 20.000 Besucher fanden in den Sindelfinger Messehallen 600 Aussteller
aus 18 Ländern vor, darunter allein 24 Postanstalten und -agenturen. Und wie es sich für Briefmarkensammler gehört, wurde auch dieses philatelistische Großereignis mit
Sonderstempeln gewürdigt. Das in Sindelfingen installierte Sonderpostamt bot insgesamt fünf verschiedene Sonderstempel an, doch erst am letzten Tag kam ein Sonderstempel zum Einsatz,
dessen Motiv bisher noch keinen vergleichbaren Vorgänger hatte: Der Schnelle Raumkreuzer Orion, eine Lancet sowie der Planet Saturn mit seinem unverwechselbaren Ring.
Der Start des sowjetischen Sputniks am 4. Oktober 1957 markierte nicht nur den Beginn der Weltraumfahrt, sondern sorgte auch für ein neues Briefmarkensammelgebiet. Zahllose Briefmarken
und Stempel mit Weltraumfahrtmotiven erscheinen seither in allen Ländern rund um den Globus. Verständlich also, dass viele Philatelisten das Thema Weltraumfahrt zum Schwerpunkt
ihrer Sammlung erkoren haben. Besonders kostbare Schätze sind dabei übrigens Briefumschläge, die geraume Zeit im Orbit verbracht haben - also tatsächliche Weltraumpost.
In Sindelfingen war am Stand der Arbeitsgemeinschaft Kasachstan eines dieser überaus seltenen Exemplare zu bestaunen. Dabei handelte es sich um einen Brief, der - übrigens trotz
offiziellem Verbot - wenige Monate zuvor per Shuttle zum Planeten Terra befördert worden war. Absender: Die russische Raumstation Mir, die zu diesem Zeitpunkt seit 12 Jahren konkurrenzlose
Pionierarbeit in Sachen Weltraumforschung leistete. Empfänger der kosmischen Post war ein Wissenschaftler im russischen Sternenstädtchen, dem Trainingszentrum für Kosmonauten.
Die Initiative für den Sindelfinger Orion-Sonderstempel kam aus dem Bund Deutscher Philatelisten (BDPh), der alljährlich rund um den Tag der Briefmarke Veranstaltungen seiner
Landesverbände und Sonderstempel zu einem gemeinsamen Thema organisiert. 1997 fanden diese Veranstaltungen erstmals an verschiedenen Tagen statt. Vom 21. September bis zum 26. Oktober
richteten die 16 verschiedenen BDPh-Landesverbände ihre Aktivitäten zum Tag der Briefmarke unter dem Leitthema 40 Jahre Weltraumfahrt aus. 16 verschiedene Sonderstempel kamen daher
bundesweit zum gemeinsamen Motto heraus. So wurde z.B. in Garching mit Sputnik I gestempelt, in Seelze war das Marsauto abgebildet oder in Wadgassen prangte Jules Verne, der Pionier der
utopischen Literatur, auf dem Stempelabschlag. Der Sonderstempel, der ausschließlich am letzten Tag der philatelistischen Veranstaltungsreihe zum Einsatz kam, war der Sonderstempel,
den der BDPh-Landesverband Südwest initiiert hatte - der mit dem Orion-Motiv. Vielleicht hatte man sich ja das Beste für den Schluss aufbewahren wollen?
Doch bis es so weit war, mussten einige Hürden genommen werden. Nachdem das Thema feststand, wurde ein Grafiker beauftragt, nach Fotos aus der Fernsehserie Raumpatrouille einen
Stempelentwurf zu fertigen, der der Deutschen Post AG zur Genehmigung vorgelegt werden musste. Solche Sonderstempel - in Postdeutsch: Stempel aus besonderem Anlass - kann übrigens
jeder beantragen. Nur entscheidet dann die Post, ob der Anlass auch in ihren Augen ein besonderer ist, und bezahlen muss man das Ganze dann auch noch. Allein fast 350 Euro ohne Sonderpostamt,
mit Sonderpostamt - so wie in Sindelfingen - verdreifacht sich dann schnell die Summe. Wir müssen also feststellen: Die Post machte bei der Orion-Würdigung nur gegen Cash mit, ohne
eine Spur von eigenem Interesse am Thema. Die Frage, die sich manche immer wieder stellen: Wann erscheint eine Orion-Sondermarke? Erhält also auch nach dem Sonderstempel keine nennenswerte
Hoffnung auf baldige positive Antwort.
Um so mehr Mühe hatten sich die Leute vom BDPh-Landesverband Südwest gegeben. Sie beließen es nicht allein bei dem Orion-Sonderstempel, sondern gaben dazu passend auch noch
zwei unterschiedliche Briefumschläge heraus, illustriert mit farbigem "Schmuckzudruck" (philatelistischer Fachjargon für eine auf der linken Briefseite aufgedruckte Text- und
Bildwiedergabe, die entweder zur Briefmarke oder - wie hier - zum Stempel passt). Bei dem Briefumschlag handelt es sich um eine so genannte Ganzsache, denn sie zeigt neben dem Zudruck ein von
der Post offiziell eingedrucktes gültiges Wertzeichen zu 1,10 DM. Der andere Briefumschlag trägt nur den Schmuckzudruck und musste vom Benutzer selbst mit beliebigen Marken frankiert
werden, um sich den Sonderstempel abzuholen. Auf den ersten Blick ähneln sich die beiden Umschläge: Ihre Zudrucke zeigen identisch einen orange-gelblichen Planeten, vor dem die Orion
schwebt sowie davor eine Lancet. Die Ganzsache trägt dazu ein kleines Schwarz-Weiß-Foto von Tamara Jagellovsk, die in der Komandokanzel der Orion mit einer HM 4 im Anschlag recht
entschlossen dreinblickt - anscheinend ein Standfoto rund um die Szene mit der Keilerei, durch die die Orion-Besatzung Tourenne und seine Leute von Mura ausgeschaltet hat. Der selbstzufrankierende
Umschlag zeigt als einzigen Unterschied anstelle von Jagellovsk ein ebenfalls schwarz-weißes Foto, und zwar ein Portrait von Cliff Allister McLane, auf dem er sich gerade heftig und lautstark
zu artikulieren scheint. Dazu fand er ja des öfteren Anlass.
Interessant ist bei den Schmuckzudrucken ein niedlicher Fehler, die den Briefmarkenspezialisten - die halt nicht unbedingt Orion-Spezialisten sein müssen - unterlaufen ist. Bei der abgebildeten
Lancet handelt es sich um eine vom Planeten Chroma, was auf den Umschlägen auch sachgerecht angegeben wird. Jedoch ist ebenfalls angegeben, dass es sich dabei um das Orion-Beiboot handeln soll,
was aber nun mal nicht zutrifft. Die Orion-Lancet hat bekanntlich völlig andere Beine und trägt keinen vierteiligen spitz nach oben auslaufenden Aufbau - eine Chroma-Lancet ist eben keine Orion-Lancet.
Aufmerksame Betrachter bemerken außerdem schnell, dass bei den Beinen der abgebildeten Chroma-Lancet die im 45(-Winkel angebrachten Stabilisierungsstreben fehlen. Und mit Lupe und besonderem
Messgerät ausgestattet könnte man sich auch noch zweifelnde Gedanken darüber machen, ob die Wiedergabe der Orion-Proportionen tatsächlich bis ins letzte Detail präzise gelungen
ist. Aber wer wollte solche Haare spalten? Auch sollte man sich nicht darüber mokieren, dass die zehn Sternchen, die den Sonderstempel sprenkeln, ein eher weihnachtliches Ambiente vermitteln als
Orion-gemäß zu funkeln. Denn ob mit Sternchen oder ohne, die Orion-Fans freuen sich natürlich, dass ihrem Objekt der Begeisterung ein Sonderstempel widerfahren ist. Bleibt also nun die
Frage: Wann kommt die Orion-Sondermarke? |
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Eine Marke von anno 3000? Im Raumpostamt ... |
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