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Henryk Villa



Der Pazifist des Weltraums
von Brigitte Heyer

Oberst Villa Oberst Henryk Villa, Chef des Galaktischen Sicherheitsdienstes (GSD), ist eine der faszinierendsten Figuren der Serie "Raumpatrouille". Lt. Jagellovsk hält ihn für einen großartigen Mann und einen guten Chef", Commander McLane bescheinigt ihm "mehr Grips als so mancher andere." Für ihn ist er "bei aller Gedanken- kühle so etwas wie ein Idealist, ein Pazifist des Weltraums."
Wie es sich für einen Geheimdienstchef gehört, gibt sich Villa undurchsichtig und geheimnisvoll, ein Mann, der zu allem fähig ist und den man nicht unterschätzen sollte. Trotzdem weiß man eigentlich immer, daß er einer von den "Guten" ist. Immer ist er darauf bedacht, spannungsgeladene Situationen zu entschärfen, redet dabei aber niemand nach dem Mund, sondern sagt, was er denkt wenn es nötig ist. Meistens behält er jedoch seine Gedanken für sich. General Wamsler sagt von ihm in der Folge "Invasion": "Er legt seine Karten immer erst auf den Tisch, wenn er seiner Sache völlig sicher ist." Umso überraschender kommt es dann, daß er sich am Ende doch als Verräter entpuppt, wenn auch unfreiwillig.
 
Ein kühler Kopf
Aber der Reihe nach. Über Villas Herkunft und bisherige Laufbahn ist nichts bekannt. Sein Name läßt auf spanische Vorfahren schließen, der Vorname klingt eher holländisch, aber da es sowieso "keine Nationalstaaten" mehr gibt, ist die Spekulation sinnlos.
Wir sehen ihn erstmals in der Folge "Angriff aus dem All" im Krisenstab der ORB, nachdem die ORION Nachricht über den Erstkontakt mit den sog. "Frogs" zur Erde gebracht hat. Während sich die anderen Mitglieder unter Führung von Sir Arthur in sinnlosen Schuldzuweisungen und Forderungen ergehen (vielleicht mal abgesehen von General Wamsler, aber auf den hört ja sowieso niemand), hört Villa aufmerksam zu und macht sich seine eigenen Gedanken. Anstatt sich von (verständlichen) Gefühlen leiten zu lassen, bewahrt Villa einen kühlen Kopf und versucht zunächst, soviele Informationen wie möglich zu sammeln. Das ist auch sein Rat an die ORB: "Ich warne dringend vor dem Eintritt in größere Kampfhandlungen, bevor wir nicht ganz genau wissen, wer sie sind, was sie wollen und was sie können." Villa denkt in größeren Dimensionen: "In einem Kosmos, dessen Anzahl von Milchstraßensystemen wir nicht einmal annähernd schätzen können, werden Sie wohl nicht erwarten, daß unsere Vorstellungen von 'Guten Manieren' allgemein verbindlich sind." Die von Marschall Kublai-Krim geäußerte Meinung, fremde Welten interessierten ihn nicht, so lange sie die Erde in Ruhe lassen, hält Villa, "mit Verlaub gesagt, für etwas antiquiert". Seine Stimme wird in der ORB dermaßen respektiert, daß man vorerst von Maßnahmen gegen die von den "Frogs" besetzte Station MZ4 absah (sehr zur Freude der Lts. Sigbjörnson und Shubashi, die dort festsaßen).
 
Information ist alles
In "Planet außer Kurs" erleben wir ihn erneut als emotionalen Bremser. Den Rückzug des Obersten Rates auf die Marsmonde und die Verlegung der Heeresleitung auf die Marsaußenbasis hält er für übereilt und unüberlegt. Er gibt ehrlich zu bedenken, daß er für eine Geheimhaltung der Aktion nicht garantieren könne und daß man mit einer Panik rechnen müsse. Wahrscheinlich hat man ihn vorher nicht gefragt oder seinen Rat ignoriert. Deshalb kann er sich ein "Siehste!" nicht verkneifen, indem er darauf hinweist, daß er bereits zwei Jahre vor dem Erstkontakt mit den "Frogs" dem Amt für interplanetare Forschung dringend nahegelegt hat, eine Kommission zur Beobachtung der exoterristrischen Aktivitäten einzurichten. "Und was ist daraus geworden?", fragt er. "Ein Debattierklub von Professoren und Militärs, die immer noch der Meinung sind, wir sind die größten, wir sind die schlausten und uns kann keiner." Hieraus sieht man aber auch wieder einmal, daß er seinen Job in erster Linie darin sieht, Informationen zu beschaffen, und diesen Job nimmt er sehr ernst.
 
Plan DX 17
Allerdings scheint Villa einen kleinen Hang zum Dramatischen zu haben: Als klar wird, daß die Erde durch eine von den "Frogs" gelenkte "Supernova" bedroht wird, gibt er seinen Ordonnanzen den Befehl: "Plan DX 17 - Rettet die Erde!" Worum es dabei geht, wird nicht gesagt, aber anscheinend weiß der Leutnant neben ihm genau, was zu tun ist. Die Idee, die Basis der "Frogs" zu suchen und zu eliminieren, kommt erst auf, nachdem Dr. Schiller die wissenschaftlichen Fakten auf den Tisch gelegt hat. Man erzähle mir bitte nicht, daß der ganze "Plan DX 17" nur darin besteht, eine außerordentliche Sitzung des Krisenstabes einzuberufen! Es klingt, als hätte Villa noch ein As im Ärmel, aber wenn das der Fall wäre, wäre es spätestens in der Sitzung an der Zeit, die Karten aufzudecken. Doch nachdem die Eliminierung der Basis nichts gebracht hat, muß auch Villa zugeben, nicht mehr weiterzuwissen. Theatralik, insbesondere, wenn man kein Publikum hat, ist sinnlos und paßt nicht zu Villa.
 
Harte Schale - Weicher Kern
Seine größte Sorge während der "Nova-Krise" sind die Auswirkungen, wenn die Situation allgemein bekannt wird und eine Panik unter der Bevölkerung ausbricht. Deshalb hält er eine Evakuierung der Erde für sinnlos und legt sich dabei auch mit Marschall Kublai-Krim an. Als dieser sogar mit einem Putsch droht, holt Villa ihn auf den Teppich zurück und macht ihm die Problematik einer solchen Entscheidung klar: "Wer sind denn diese 0,25 Promille der Bevölkerung, die überleben, wer wählt sie aus? Wollen Sie das etwa entscheiden? Und was glauben Sie, was passiert, wenn die übrige Bevölkerung von dieser Evakuierung erfährt? Glauben Sie, die werden sich das einfach so gefallen lassen?" Dabei hat Villa durchaus Verständnis für die Gefühle seiner Kollegen. Daß Kublai-Krim die Nerven verloren hat, hält er für verständlich, er räumt sogar ein, er könne vielleicht der nächste sein. Er ist auch der einzige, der tröstende Worte für General Wamsler übrig hat, welcher sich wiederum als einziger Gedanken um McLanes Schicksal macht. Und wieder ist es Villa, der das Wohl der Vielen im Auge hat: "Es muß uns irgendetwas einfallen, um der Bevölkerung [McLanes] Verschwinden zu erklären", damit nicht noch nachträglich eine Panik ausbricht. Dann fügt er noch hinzu: "Manchmal hasse ich meinen Beruf."
 
Keine Skrupel
Eine eher unsympathische Rolle hat Villa in "Hüter des Gesetzes" gespielt. Der GSD hält anscheinend rechtswidrig Kommodore Ruyther und die Mannschaft des Erzfrachters Sikh XII fest, um das Verschwinden zweier Erzladungen zu klären. General Wamsler, der direkte Vorgesetzte von Ruyther, beschwert sich über diese Eigenmächtigkeit des Geheimdienstes. Er erklärt, daß die Angelegenheit in seinen Zuständigkeitsbereich fällt und verlangt "Übergriffe" dieser Art zu unterlassen. Anstatt ihm nun entsprechende Paragraphen zu zitieren, die den GSD zu einer solchen Maßnahme ermächtigen würden, geht Villa mit fadenscheinigen Ausreden in die Defensive. "Ich wußte gar nicht, daß Sie sich persönlich um Bagatellfälle dieser Art kümmern." Wäre die Unterschlagung zweier Erzladungen wirklich eine Bagatelle gewesen, warum kümmert sich dann überhaupt der GSD darum? "Sie wissen, daß es besser ist, wenn man Verfehlungen von Angehörigen der Raumflotte nicht durch eine Dienststelle der Raumflotte untersuchen läßt." Nun, für die Polizei unserer Gegenwart gilt das anscheinend nicht, denn die hat für solche Fälle extra eine "Abteilung für interne Ermittlungen" eingerichtet. Oder denken wir an das Judge Advocate General-Corps der US-Navy ("J.A.G."), welches nicht nur "das Seerecht schützt und verteidigt". Villa hat also nicht das Recht, Ruyther und seine Leute festzuhalten, und er weiß es. Oder steckt da vielleicht ein größeres Geheimnis dahinter, das die Sicherheit der ganzen Erde bedroht? Das hätte bestimmt noch Stoff für weitere Episoden gegeben...
 
Mensch und Technik
Ein Zug, der mir an Villa weniger gefällt, ist sein anscheinend grenzenloses Vertrauen in die Technik, insbesondere in Roboter. Im Prinzip hat er ja recht, wenn er meint, daß ein menschlicher Charakter eher versagt, als ein Elektronengehirn. Er läßt dabei aber außer acht, daß ein Computer nur so schlau ist, wie der Mensch, der ihn bedient (bzw. programmiert), und daß eine Technik umso störanfälliger ist, je komplizierter sie aufgebaut ist. Aber das sagen wir jetzt, 30 Jahre nach "Raumpatrouille", wo die Computertechnik schon längst alltäglich geworden ist. In den sechziger Jahren lief der Wettlauf ins All zwischen den Großmächten auf vollen Touren, drei Jahre später sollte tatsächlich die erste Mondlandung erfolgen. Die Menschen erhofften sich damals allen Ernstes die Lösung all ihrer Probleme durch die Technik. Aus heutiger Sicht läßt sich das nur schwer nachvollziehen, denn auch damals blieben die Raumfahrtpioniere von Fehlschlägen nicht verschont.
In "Deserteure" leistet sich Villa schließlich ein Ding, das so rein gar nicht zu der Persönlichkeit paßt, die wir bis jetzt kennengelernt haben: Nachdem Commander Pietro von der Xerxes scheinbar versucht hatte, zu den "Frogs" überzulaufen, weist Villa darauf hin, daß die Raumflotte mit dem Einsatz von Robotern auf äußeren Raumstationen gute Erfahrungen gemacht hat, und fügt hinzu: "Ich sehe keinen Grund, warum man nicht auch die Kommandanten von Raumschiffen durch Roboter ersetzen sollte." Wenn das ein Scherz sein sollte, dann ist das ein ziemlich schlechter. Ausgerechnet Villa, der bisher einen offenen und vorausschauenden Geist bewiesen hat, der auch die abwegigsten Möglichkeiten in Betracht zieht, er sollte plötzlich auf stur schalten und allen Ernstes einen solchen Schwachsinn vorschlagen? Nun ja, "Star Trek" Zuschauer wissen, was passiert, wenn man versucht, Raumschiffkommandanten durch Computer zu ersetzen (Classic-Episode "Computer M5").
Zum Ausgleich zeigt er wieder seine menschliche Seite, als er über die Untersuchung im Fall Pietro berichtet: "Wir haben Commander Pietro mit aller Behutsamkeit beobachtet und untersucht. Jeder von uns war bereit, eine Störung, eine geistige Unzurechnungsfähigkeit festzustellen, wir waren ja verzweifelt darauf aus, ihn zu entschuldigen, aber - nichts, gar nichts!" Nun ja, es kann halt nicht sein, was nicht sein darf. Eine Desertion zu den Frogs wäre unlogisch und Villa ist ein logisch denkender Mensch, also muß es logischerweise eine andere Erklärung für das Vorkommnis geben.
 
Pazifist des Weltraums
Spätestens in der Folge "Kampf um die Sonne" erwirbt sich Villa zumindest bei McLane den Ruf eines "Pazifisten des Weltraums", als er ihm die Genehmigung für einen Start nach Chroma besorgt. Zwar sagt er zu McLane: "Auf Chroma sitzt eine bis gestern anonyme Bande von wahnwitzigen Technikern, die uns langsam ausdörren will, übriggebliebene Rebellen aus dem Ersten Galaktischen Krieg, das sind doch keine Partner für Verhandlungen." Es ist jedoch wahrscheinlich, daß Villa hier nicht seine eigene Meinung äußert, sondern die der ORB, die soeben entschieden hat, daß ein Präventivschlag gegen Chroma eingeleitet werden soll, falls noch eine weitere Umweltkatastrophe auf der Erde passiert. Vielleicht möchte Villa sehen, wie ernst es dem Commander mit seinem Anliegen ist oder mit welcher Einstellung er in die Verhandlungen mit der chromanischen Regierung gehen würde. Sollte McLane dieselbe Meinung vertreten, würde Villa ihm den Start verweigern, da sonst alles nur noch schlimmer würde. Der Oberst stellt McLane einen ganzen Katalog von Fragen, um zu sehen, ob der sich seine Aktion auch gut überlegt hat, und klärt ihn über alle Konsequenzen auf, die sich daraus ergeben könnten. Erst dann schickt er ihn los.
 
Geheimniskrämer
Villas Grundsatz, seine Karten erst auf den Tisch zu legen, wenn er seiner Sache ganz sicher ist, wird der Erde in "Invasion" beinahe zum Verhängnis. Normalerweise findet man den Chef eines Geheimdienstes hinter seinem Schreibtisch. Offensichtlich hat Villa jedoch Informationen erhalten, denen er persönlich nachgehen will (wozu er da allerdings seinen ganzen Stab mitnehmen muß, ist mir immer noch schleierhaft). Niemand auf der Erde weiß, weshalb Villa mit dem GSD-Kreuzer Tau aufgebrochen ist und wohin. Nur so kann es den "Frogs" gelingen, Villa in ihre Gewalt zu bekommen und, geistig "umprorammiert", als Marionette für ihre Invasionspläne einzusetzen. Wenigstens ist er noch so geistesgegenwärtig, einen Funkspruch abzusetzen, in dem er seinen Verdacht äußert, das ganze sei eine Falle der Frogs. Würde er sich nicht nach seiner Rückkehr in Widersprüche verwickeln, würde wahrscheinlich nicht mal McLane rechtzeitig stutzig werden.
 
Umprogrammiert
Theoretisch kann auch unter Hypnose niemand zu etwas bewegt werden, was gegen seine Natur steht. Anders ausgedrückt: Unter normalen Umständen würde kein Mann seine Frau umbringen. Wenn man ihm jedoch hypnotisch suggeriert, sie sei eine Löwin, die seine Kinder bedroht, würde er es wahrscheinlich doch tun. Die Umprogrammierung durch die Frogs hat Villas Persönlichkeit so weit intakt gelassen, daß er nach außen hin er selbst blieb und nicht etwa wie ein Roboter mit glasigen Augen herumlief. Außerdem muß er die Einzelheiten der Invasion, jedenfalls was den Teil auf der Erde betraf, selbst geplant haben.
Was haben ihm die Frogs vorgemacht? Als Villa verhaftet wurde, meinte er, die Erde würde "innerhalb der nächsten 24 Stunden endlich in der Hand intelligenter Lebewesen sein." Es ist nicht zu bestreiten, daß die Weltverhältnisse bis heute nicht gerade von der Intelligenz der Verantwortlichen zeugen und obwohl man zu der Zeit, in der die Raumpatrouille spielt, einige Fortschritte gemacht zu haben scheint, hat sich daran im Grundsatz nichts geändert, wie die Ereignisse z.B. in "Kampf um die Sonne" zeigen. Verständlich, daß ein Mann wie Villa insgeheim darauf brennt, etwas dagegen zu unternehmen. Laut Dr. Requardt wurden die Umprogrammierten "mit einem neuen Willen beseelt, dem Willen, die Erde in die Gewalt einer außerirdischen Macht zu bringen, unter deren Führung ein gigantisches interkosmisches Reich aufgebaut werden sollte." Das ganze ist natürlich völliger Blödsinn. Welches Interesse sollten die Frogs an der Erde haben - eine Lebensform, die so gut wie keine Gemeinsamkeiten mit den Menschen aufweist, ja die nicht einmal denselben Lebensraum teilen können. Die bisherigen Aktionen der Frogs haben gezeigt, daß es ihnen nur darum geht, die Erde zu vernichten. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Unter normalen Umständen wäre kein Mensch, erst recht kein Mann wie Villa, darauf hereingefallen, doch wir sprechen hier von Hypnose, von "Umformung", wie immer die Frogs das auch angestellt haben mögen.
Aber was zeigt uns das über Villas Persönlichkeit? Nun zunächst hat er immer das Wohl der Erde im Auge. Allerdings glaube ich daraus auch einen leichten Hang zum Größenwahn zu erkennen. Tatsächlich ist er seinen Offizierskollegen in einigen Dingen überlegen, und er weiß das: Wenn andere zetern, bleibt er cool, er ist der Mann, bei dem alle Fäden zusammenlaufen, er hat seine Augen und Ohren überall, er weiß alles, kurz gesagt, er ist der einzige, der die Menschheit retten kann, wenn es sein muß mit Gewalt. Zum Glück kann er diese Tendenzen im Normalfall beherrschen, so daß sie ihn nicht unsympathisch, sondern nur noch interessanter machen.
Die letzte Information, die wir über Villa erhalten, besagt, daß er im Sanatorium von Dr. Requart behandelt wird. Die geistige "Umprogrammierung" muß in mühevoller Kleinarbeit Schritt für Schritt rekonstruiert werden, damit man sie rückgängig machen kann. Dr. Requart ist zuversichtlich, daß Villa und seine Leute eines Tages wieder normale Menschen sein werden.
 
Ausblick
Schade, daß die Serie nicht weitergeführt wurde, ich bin neugierig, was aus Villa geworden wäre. Besteht wirklich eine realistische Aussicht, daß er geheilt wird? Oberflächlich gesehen vielleicht, doch ich hatte da schon immer meine Zweifel. Was ist, wenn ein wesentlicher Schritt übersehen wird? Wir wissen nichts über die "Frogs" und ihre Technik. Nach außen mag Villa wieder völlig normal sein, doch eines Tages macht es "klick" und die Exoterristen sind wieder da.
Ähnliches erleben wir in der Serie "Babylon 5": Nachdem Sicherheitschef Michael Garibaldi von den Schatten entführt und in die Hände des Psi-Corps geraten war, kam er mit dem posthypnotischen Befehl zurück, eine Verschwörung gegen das Corps aufzudecken. Ein Nebeneffekt war, daß er seinen Freund und Vorgesetzten, Captain Sheridan, an die korrupte Erdregierung verriet. Psi-Cop Bester löste schließlich die Hypnose und Garibaldi schien wieder der alte zu sein, abgesehen von einem Berg von Schuldgefühlen und einer Mordswut im Bauch. Später mußte er jedoch feststellen, daß Bester doch noch eine Sperre in seinem Gehirn hinterlassen hatte, die ihn daran hinderte, den Polizisten zu töten. Daraufhin versuchte Garibaldi, seinen Frust im Alkohol zu ertränken. Und die ganze Zeit hat niemand gemerkt, daß mit dem Sicherheits-/Ex-Sicherheits-/Geheimdienstchef etwas nicht in Ordnung war. Genau das könnte doch auch mit Villa geschehen.
Welche Möglichkeiten der Fortsetzung gibt es also für den ehemaligen Leiter des Galaktischen Sicherheitsdienstes?
  1. Alle glauben, Villa ist geheilt und er bekommt seinen Posten wieder. Das ergibt wieder zwei Möglichkeiten:
    a) Es passiert gar nichts und niemand verliert je wieder ein Wort darüber. - LANGWEILIG
    b) Die Frogs kehren zurück, Villa rastet wieder aus, und führt die Erde erneut an den Rand der Katastrophe. Das liefe auf ein Remake von "Invasion" hinaus, vielleicht mit der Variante, daß Villa am Schluß umkommt. - TRAURIG
  2. Villa scheint geheilt, aber man ist sich nicht sicher. Er wird mit dem Rang eines Generals pensioniert. Jetzt wird es richtig interessant:
    a) Er freut sich seines Ruhestands, begießt fröhlich seine Rosen und steuert gerne seinen Rat bei, wenn er darum gebeten wird. - NETT
    b) Er sieht keine Perspektiven mehr für sich, die Schuldgefühle überwältigen ihn, er begeht Selbstmord. Das sieht Villa zwar nicht ähnlich, aber traumatische Erlebnisse können einen Menschen schon ganz schön verändern. - TRAGISCH
    c) Jemand, der ihn für den Tod von Freunden oder Verwandten während der Invasion verantwortlich macht, verübt ein Attentat auf ihn. - DRAMATISCH
    d) Er versucht, wie Garibaldi, seinen Frust in Alkohol zu ertränken. Als die Frogs zurückkehren, sieht er eine Chance, alles wieder gutzumachen und opfert sich heldenhaft im Kampf. - THEATRALISCH
    e) Nach außen hin findet er sich mit seiner Situation ab, in Wirklichkeit brodelt jedoch der Zorn in ihm und aus dem Hintergrund führt er einen finsteren Rachefeldzug gegen diejenigen, die er für seine Lage verantwortlich macht. Nein, nicht die "Frogs" sondern McLane und Tamara! Diese Variante bietet die meisten Möglichkeiten der Fortsetzung, könnte vielleicht sogar mehrere der o.g. Motive kombinieren (z.B. Rosen begießen zur Tarnung, Selbstmord/ Attentat vortäuschen) - FASZINIEREND!

 
Was hätte das noch für spannende Episoden ergeben können, wirklich schade...



Starlight Info:
Text: Brigitte Heyer [3/99]

           


 


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